Die erste Reise

Die Glasarche ist ein fünf Meter langes Schiff aus Glas. Dieses Kunstobjekt war über mehrere Jahre entlang der deutsch-tschechischen Grenze der Mittelpunkt eines großen Kunstprojektes und sorgte dort für Furore. In der Grenzregion mit den beiden Nationalparken, dem Nationalpark Bayerischer Wald und dem Nationalpark Šumava, schuf das Projekt eine Plattform für Begegnungen zwischen Deutschen und Tschechen, Glasarbeitern und Naturschützern, zwischen dem Nationalpark und den Menschen vor Ort.

 

Ein Kunstobjekt auf Reisen

Es begann mit einer dreijährigen Reise der Glasarche durch die deutsch-tschechische Grenzregion. Der Auftakt war 2003 am Lusen, inmitten der weiten Wälder des Nationalparks Bayerischer Wald. Die Reise führte zu Stationen in den tschechischen Nationalpark Šumava und weiter zu den letzten bayerischen Glashütten. Von Station zu Station begleiteten mehr und mehr Menschen das Kunstobjekt und beteiligten sich an den vielen Aktionen und Veranstaltungen rund um die Glasarche. Das Projekt Glasarche im Waldmeer Europas wurde zu einem Kooperationsprojekt vieler Mitwirkender und zu einem Erfolg, der alle Erwartungen übertraf.

 

Öffnung und Verständigung über alle Grenzen

Das Projekt trug zu mehr Verständigung und Öffnung zwischen den Menschen und den Themen der Region bei. Die Glasarche brach auf in die vom Menschen unbeeinflusste Natur der Nationalparke, regte an zum Nachdenken über das einzigartige Naturschauspiel in den Nationalparken, sie warb für ein Miteinander in der bayerisch-böhmischen Grenzregion und für die Zukunft der Glasindustrie. Aus dem Kunstobjekt „Glasarche“ entstand ein engagiertes kulturelles und politisches Statement für die gemeinsame Zukunft dieser Grenzregion.

Die Glasarche schlug eine Brücke zwischen dem Nationalpark Bayerischer Wald und den Menschen vor Ort. Sie brachte, durch die Reise und den vielen Aktionen, den noch immer in der Region umstrittenen und fremden Nationalpark näher zu den Menschen. Das Projekt bezog die Menschen ein, sorgte für mehr Kommunikation zwischen den Menschen und dem Nationalpark mit dem Ziel, Vertrauen aufzubauen, als Basis für ein zukunftsweisendes Miteinander.

 

Das Scheitern und der Versuch eines Neuanfangs

Im Oktober 2005 endete die offizielle Reise der Glasarche vor dem Glasmuseum in Frauenau an. 2006 lag die Arche, anlässlich der bayerischen Landesausstellung Bayern-Böhmen, noch am Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein. Dann sollte das Glasschiff an einem Ort dauerhaft bleiben. Doch wo sollte das sein? Es begann die Diskussion um diesen Platz und um die zukünftige Rolle des Kunstobjektes. Die Reise der Glasarche war somit noch lange nicht zu Ende. 2007 wurde mit der Hafensuche und zweiten, virtuellen Reise ein neues Kapitel der Glasarche aufgeschlagen.

Das Projekt war geprägt von einem großen „Miteinander“ – und scheiterte dennoch zuletzt, bei der Suche des letzten Standorts, ausgerechnet an einer fehlenden Offenheit und Kommunikation. 2008 wurde die Glasarche, entgegen ihrer gewonnenen Bedeutung, wieder zurückgestellt zum Ausgangsstandort Lusen, in den Nationalpark Bayerischer Wald.

Zur Erinnerung an dieses Kunstobjekt steht vor dem Glasmuseum in Frauenau seit 2009 eine zweite Glasarche.

 

WaldZeit
 
Nationalpark ŠumavaNationalpark Bayerischer Wald

 

 
Interreg
 

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